Etiketten-Drucker
Der professionelle Etiketten-Druck stellt Anforderungen an die Hardware, welche weit über die von Bürodruckern hinausgehen. Der Drucker muss Etiketten in den unterschiedlichsten Formaten verarbeiten können. Er muss ein einzelnes Etikett ausgeben können und auch Druckjobs von mehreren Tausend Stück bewältigen.
Darüber hinaus werden an Etiketten-Drucker hohe Anforderungen an die Robustheit gestellt, da die Geräte häufig in Lager oder Produktion eingesetzt werden. Ebenso sollen die Mitarbeiter dieser Bereiche problemlos die Verbrauchsmaterialen wechseln können.
Für den professionellen Etiketten-Druck hat sich daher ein spezielles Druckverfahren etabliert: Der Thermo-Druck, welcher im Direkt- oder Transfer-Verfahren angewandt wird.
Im Thermo-Direkt-Druck wird spezielles Thermo-Papier durch einen Druckkopf erhitzt und geschwärzt. Das gleiche Verfahren wird auch in Rollenpapier-Faxgeräten angewandt. Ein Vorteil hierbei ist, dass außer den Etiketten kein weiteres Verbrauchsmaterial benötigt wird. Allerdings sind Thermo-Papiere anfällig gegen Licht und Temperatur und somit zur dauerhaften Kennzeichnung eher ungeeignet. Ein klassisches Einatzgebiet sind Versand-Etiketten, welche i. d. R. nach einigen Tagen oder Wochen entsorgt werden.
Mit dem Thermo-Transfer-Druckverfahren können verschiedenste Materialen wie Papier, Kunststoff oder Metall bedruckt werden. Hier wird als zusätzliches Verbrauchsmaterial eine Transferfolie benötigt. Diese ist in unterschiedlichen Qualitäten erhältlich und ermöglicht Druckergebnisse, die wisch- und kratzfest oder sogar öl- und lösungsmittel-beständig sind. Daraus ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Thermo-Transfer-Drucker.
Ein weiterer Unterschied zu Bürodruckern ist die Material-Zuführung: Die Etiketten werden auf Rollen oder zickzack-gefaltet (Leporello) zugeführt.
Warum sind Tintenstrahl- oder Laserdrucker für den professionellen Etiketten-Druck ungeeignet?
Tintendrucke sind nicht haltbar genug, sie verwischen und verlaufen zu leicht. Zudem sind die Verbrauchsmaterialen teuer.
Laserdrucker haben Probleme beim permanenten Druck von Selbstklebe-Etiketten. Durch die hohe Temperatur beim Laserdruck tritt Klebstoff an den Rändern aus, welcher auf Dauer das Druckwerk beschädigt.
Differenzierungs-Merkmale von Etiketten-Druckern
- Die Druck-Geschwindigkeit variiert, je nach Modell; zwischen 76 bis 304 mm/s
- Die Standard-Auflösung im Thermo-Druck beträgt 200 dpi. Diese ist für lesbare Schriften und Standard-Barcodes ausreichend. Es sind auch Drucker mit höheren Auflösungen erhältlich (300, 400 oder 600 dpi).
- Als Standard-Druckbreite hat sich ein Wert von 104 mm etabliert. Damit können z. B. Versand-Etiketten im Format A6 gedruckt werden. Drucker mit größeren Druckbreiten (bis 216 mm für A4-Format) finden Sie im Bereich Großformat-Drucker.
- Für Etiketten-Drucker bieten die Hersteller Optionen und Zubehör an, welche den meisten Fällen auch einfach nachgerüstet werden können, wie z. B.
Spendesysteme: Ein Etikett wird gedruckt und vom Trägermaterial abgelöst (letzteres wird im Drucker wieder aufgewickelt). Ein Präsenzsensor registriert, ob das Etikett entnommen wurde, erst dann wird das nächste gedruckt. Dieses Verfahren wird u. a. auch bei Obst-Waagen in Supermärkten eingesetzt.
Cutter: Ein Schneidmesser trennt ein Etikett nach dem Druck ab. Es sind verschiedene Cutter erhältlich, je nach Dicke des zu schneidenden Materials. Bei Selbstklebe-Etiketten darf der Schntt nicht durch das Etikett selbst erfolgen, da das Messer sonst verklebt.
Aufwickler: Rollen-Etiketten werden nach dem Druck wieder aufgewickelt.
Integrierte Barcode-Scanner kontrollieren Barcodes unmittelbar nach dem Druck. Nicht lesbare Codes werden vom Drucker markiert.
RFID: In die Etiketten integrierte Transponder können während des Druckvorgangs beschrieben werden


